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Ingenieurwesen, Maschinenbau
Dem Ingenieur ist nichts zu schwer
Früh übt sich: Schon als kleiner Junge sitzt er stundenlang mit verschränkten Beinen, ernsthaft und hoch konzentriert auf dem Boden und bastelt unermüdlich und unbeirrbar Flugzeuge und andere Maschinen mit dem Bausatz. Sein liebstes Spielzeug ist selbstverständlich die Modelleisenbahn. Oder eine stolze Sammlung hochkarätigster Modellautos, die der deutsche Markt vorzuweisen hat. Auch als Jugendlicher ist er eher ein unromantischer, meist in sich gekehrter, korrekter und nüchterner Zeitgenosse, um schließlich zu einem präzisen Techniker heranzuwachsen, der, wenig musisch interessiert (alles Musische ist Zeitverschwendung), mit einem tollen Sinn fürs Praktische, Komplizierte und fürs Detail ausgestattet, Gegenstände entwickelt und baut, aus denen Männerträume gemacht sind.
Ob in der Luft- und Raumfahrt, dem Fahrzeug- und Anlagenbau, der Chemieindustrie und Energiewirtschaft, in der verarbeitenden Industrie oder dem Transportwesen, Jobs für Ingenieure gibt es überall. Sie stecken hinter jedem Gerät, hinter jedem Gegenstand, der uns im Alltag umgibt und diesen erleichtert. Ohne sie gäbe es nichts, würde nichts funktionieren, kein Tisch, kein Strom, keine Eisenbahn, Straßen, Werkzeuge..... Ihr Erfindergeist lebt überall, haucht jedem Ding Leben ein. Und in allen Sektoren der Industrie werden sie damit benötigt. Innerhalb der Branche rundherum werden natürlich auch Wirtschaftswissenschaftler benötigt, aber auch immer mehr Ingenieure haben über den Tellerrand geschaut und verfügen über Wirtschaftskenntnisse, was auch sie für Führungspositionen aufgrund ihres analytischen, systematischen und Lösungsorientierten Verständnisses qualifiziert. Wie bei den meisten Branchen heutzutage sind auch hier die Unternehmen weltweit vernetzt und arbeiten teilweise eng mit den Zulieferern zusammen. Der gesamte Sektor ist dabei äußerst Zyklenabhängig. Denn in schwierigen Zeiten ist kein Geld da für Forschung, Entwicklung und Konstruktion.
Ein praktischer Vorteil
Ingenieuren bietet sich bei internationalen Projekten zumeist die Chance zum Reisen, bei innovativen und spannenden Projekten mitzuarbeiten und generell, von Beginn an, die Möglichkeit einer realen Tätigkeit und zur frühen Übernahme von Verantwortung. Für Europa wird die Europäische Union einen einheitlichen Titel bzw. Ingenieurs- Abschluss etablieren, der den Vergleich der bis dato so unterschiedlichen Abschlüsse und Anforderungen der einzelnen Länder möglich macht.
Auch Krisenzeiten, in denen die Aussichten in vielen Branchen nicht allzu rosig sind, können trotzdem in bestimmten Bereichen neue Entwicklungen erforderlich und somit Beschäftigungsfelder geschaffen werden. Dazu zählt vor allem der Umweltschutz:
Dies betrifft die Notwendigkeit, die Umwelt im Sinne des Planeten und damit für die Menschheit zu sichern. Dafür müssen neue Technologien und Prozesse entwickelt werden, um die Ziele der nachhaltigen Entwicklung zu unterstützen. Dazu zählt zum Beispiel das Ziel der Reduktion der Kohlenstoffdioxid-Emission durch alternative Energiequellen. Das Wissen der Umweltingenieure wird in Zukunft daher immer mehr an Bedeutung gewinnen. Dieser Bereich erfordert beispielsweise die Spezialisierung auf dem elektrischen und elektronischen Gebiet, um den Ausstoß der Schadstoffe zu beobachten und zu messen. Ebenso wie er auf Bodensanierung, Entwicklung sauberer Technologien und Energiemanagement spezialisierte Ingenieure benötigt.
Ein Aspekt, der in Zukunft Anforderungen vor allem an die deutschen Ingenieure stellen wird, ist einer, der die Arbeitspraxis betrifft. In Deutschland war es immer üblich, den Ingenieuren die Forschung und Entwicklung generell frei und unter ihresgleichen zu überlassen. Die Entscheidung, was und wie hergestellt werden sollte, oblag dadurch zumeist auch den Experten der Technik. Das Budget wurde entsprechend mobilisiert. Der marktorientierte und weniger kostenintensive Weg, den die USA schon seit jeher im "Engineering" gehen, soll nun auch in deutschen Landen (und auch europaweit) eingeführt werden. Hier haben die Ingenieure nicht mehr freie Hand und freies Budget sondern arbeiten von Beginn an in einem multidisziplinären Team aus Verkaufs- und Marketingspezialisten sowie dem Management, mit denen sie die Lösung im Rahmen eines festgesteckten Budgets entwickeln. Auch die Anforderungen an die Ingenieure ändern sich damit ein wenig.
Anforderungen an die Erben Daniel Düsentriebs
Die genannten Anforderungen durch die neue Arbeitspraxis können das Klischee des unkommunikativen, verschlossenen Ingenieurs nicht länger aufrecht halten. Sie müssen auch Teamwork- und Kommunikationsfähigkeit mitbringen. Auch die Identifikation mit der Branche und den entsprechenden Produkten sowie Enthusiasmus und Motivation sind essenziell.
Was Ingenieure besitzen und daher auch für den Nachwuchs, neben den Studienanforderungen wichtig ist, ist die Fähigkeit zu strategischem, systematischem, analytischem und vorausschauendem Denken. Ebenso Erfindergeist, Neugier und Kreativität, Liebe zur Technik und zum Detail. All dies sind notwendige Voraussetzungen für den Beruf als Ingenieur, der genau mit diesen und aus diesen Eigenschaften heraus mit Hilfe der Naturgesetzte, die er im Studium erlernt hat, Lösungen und neue Wege sucht und findet. Durch die neuen Strukturen kommen als Anforderungen Projektmanagement-Fähigkeiten sowie Marktkenntnisse und das Wissen um den aktuellen Stand der technologischen Entwicklung hinzu, da es heute mehr als früher heißt, ein kommerzielles Bedürfnis zu befriedigen und am Ende produktiv zu arbeiten und Profit zu generieren.
Als Wirtschaftswissenschaftler ist es hilfreich, technisches Verständnis und Interesse mitzubringen oder auch anhand von Praktika vorweisen zu können. Wirtschaftsingenieure haben hier gute Chancen, da sie sich mit den Kollegen aus der Technik- und Forschungsabteilung verständigen können und wissen, was sie beispielsweise als Controller in einem solchen Unternehmen zu bewerten haben. Für Wiwis ist die Spezialisierung auf Controlling, Einkauf, Verkauf etc. förderlich für einen Einstieg in ein Maschinen- oder Anlagenbauunternehmen, ebenso wie ein Praxissemester oder das Schreiben der Diplomarbeit bei einem solchen Unternehmen.
Da der Exportanteil in diesem Sektor bei gut 75 Prozent liegt und die internationale Vernetzung daher groß ist, sollten alle potenziellen Bewerber Fremdsprachen- und Marktkenntnisse mitbringen.
Links
Verein Deutscher Ingenieure e.V.
Nachrichten des VDI
Infos zur Ingenieurkarriere
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer
Jährlicher Kongress rund um den Maschinenbau
Besonders unterhaltsam und informativ zugleich sind die Videos, die auf der Seite des Vereins Deutscher Ingenieure e.V. unter dem Motto „Ansichten über Ingenieure“ zu finden sind. Zu diesem und zu weiteren Themen, wie beispielsweise welche persönlichen Ansichten und Attribute Ingenieure vermeintlich haben, kann man auf dieser Seite Videobeiträge ansehen.
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