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Geistes-, Kultur- und Sprachwissenschaften
Cogito ergo sum!
René Descartes (1596-1650), frz. Philosoph
Wenn du dich für ein geisteswissenschaftliches Studium entscheidest, stehst du vor der Qual der Wahl unzähliger möglicher Studienfächer, deren Untersuchungsgebiet sich über Kultur, Sprachen, Politik, Geschichte und Philosophie erstreckt. Sowohl Massen- als auch Orchideenfächer sind Bestandteile des Studiums der schönen Künste, zu denen du dir hier einen ersten Überblick verschaffen kannst.
Häufig haben Absolventen der Geisteswissenschaften kein konkretes Berufsbild vor Augen, auf das sie hinstudieren, sondern sind aufgrund der Kombination mehrerer Fächer, erworbenem Fachwissens und wissenschaftlicher Arbeitsweise für ein breites Spektrum von Berufen geeignet. Für jedes einzelne Studienfach ergeben sich daraus spezifische Einsatzgebiete, die häufig im Verlagswesen, im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, in den Medien und in der Forschung zu finden sind.
Berufseinstieg Praktikum
Diesem Umstand ist es auch geschuldet, dass du dich nach erfolgreichem Abschluss des Studiums oftmals einer Flut von Praktikumsangeboten gegenüber siehst, statt lukrativen Ausschreibungen für Berufseinsteiger. Doch davon darfst du dich nicht entmutigen lassen. Wer es während seiner Studienzeit nicht geschafft hat, Praktika zu absolvieren, wird dies vermutlich im Anschluss an das Studium „nachholen“ müssen.
Auf diesem Wege sollen erste praktische Erfahrungen gesammelt werden und es sollte dir auch helfen, herauszufinden, was du beruflich in nächster Zeit machen willst. Dass dabei nicht alles Eitel-Sonnenschein ist, schon allein dadurch, dass die Verdienstmöglichkeiten, wenn überhaupt vorhanden, sehr gering sind, ist nichts Neues. Dennoch solltest du im Hinterkopf behalten, dass man sich bei dieser Gelegenheit erstmalig in seinen Fähigkeiten ausprobieren und dabei eigene Stärken herauskehren kann. Immerhin bist du hinterher um eine Erfahrung reicher und kannst bei kommenden Bewerbungen diese Stelle als Referenz mit angeben, was dich deinem eigentlichen Ziel ein Stück weit näher bringt.
Beweggründe jenseits ökonomischer Erwägungen
Insgesamt überwiegt in den Geisteswissenschaften deutlich der Anteil an Frauen (63%), insbesondere in Fächern wie Germanistik und Anglistik. Für viele Studierende ist das Eigeninteresse am Fach und die Neugierde auf ein weitestgehend freigestaltetes Studium ein ausschlaggebender Beweggrund für die Wahl des Studiengangs und weniger kommerzielle Überlegungen. Daher hat man als Geisteswissenschaftler auch nach wie vor mit dem Klischeebild des idealistischen Dauerstudenten zu kämpfen, der trotz der Einführung von Studiengebühren gut und gerne ein Jahrzehnt an der Uni zubringt und dabei eine "brotlose Kunst" studiert. Doch gerade die relativ freie Zeiteinteilung und somit die erforderte Eigeninitiative erschweren vielen Studierenden den prototypischen Studienverlaufsplan ihres Faches einzuhalten.
Nicht nur in diesem Punkt, sondern auch durch die Methoden und den Untersuchungsgegenstand sind die Geisteswissenschaften eng mit den Sozialwissenschaften verbunden und weisen mit diesen Schnittstellen auf. Daher finden sich einige der Studiengänge auch unter verschiedenen Richtungen wieder.
Zu den größten Studiengängen, die gleichzeitig die traditionellsten sind, zählen Folgende:
- Allgemeine und vergleichende Sprachwissenschaft und Literaturwissenschaft
- Anglistik und Amerikanistik
- Asienwissenschaften (Japanologie, Sinologie)
- Germanistik
- Geschichte
- Klassische Philologie und Neuere Philologie
- Kulturwissenschaft
- Musikwissenschaften
- Philosophie, Theologie und Religionswissenschaft
- Politikwissenschaft
- Romanistik
- Slavistik
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