Akademikerinnen verdienen im ersten Job weniger als ihre männlichen Kollegen

Während sich das Bildungsniveau von Frauen und Männern angeglichen hat, gibt es hinsichtlich des Gehaltsniveaus nach wie vor große Unterschiede. Fünf Jahre nach dem Hochschulabschluss verdienen Akademikerinnen durchschnittlich 20 Prozent weniger Lohn als Akademiker des gleichen Jahrgangs. Zudem korreliert ein hoher Frauenanteil in einem Studienfach oder Beruf mit einem niedrigen Einkommen.

Welche Ursachen hat es, dass Akademikerinnen fünf Jahre nach ihrem Studienabschluss durchschnittlich 20 Prozent weniger als Akademiker des gleichen Jahrgangs verdienen? Die Wissenschaftlerinnen Kathrin Leuze und Susanne Strauß vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) sind im aktuellen “WZBrief Arbeit” dieser Frage nachgegangen.

Der Einkommensunterschied wurde bisher mit den unterschiedlichen Erwerbsverläufen von Männern und Frauen erklärt. Da sich Familie und Beruf schwer vereinbaren lassen, sind es meistens Frauen, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen, in Teilzeit arbeiten oder den Beuf sowie den Arbeitsplatz häufiger wechslen als Männer. All diese Faktoren haben einen negativen Einfluss auf die Höhe des Einkommens.

Von ebenso großer Wichtigkeit für die Erklärung des Einkommensunterschiedes ist die Wahl des Studienfachs. So weisen die beiden Forscherinnen in ihrer Untersuchung nach, dass ein hoher Frauenanteil in einem Studienfach (über 60 Prozent) mit einem geringeren Brutto-Monatseinkommen im jeweiligen Beruf korreliert. Beispielsweise haben Befragte mit Hochschulabschlüssen in Sozial- oder Erziehungswissenschaften ein um 26 Prozent niedrigeres Einkommen als Absolventinnen und Absolventen aus Studienfächern wie den von männern dominierten Ingenieurswissenschaften.

Der “WZBrief Arbeit” informiert mehrmals im Jahr über aktuelle Ergebnisse aus der Arbeitsforschung am WZB. Er richtet sich an Experten und Praktiker in Politik und Verbänden, Gewerkschaften und Arbeitnehmerverbänden, Berufsschulen und Medien.

  • Share/Save/Bookmark

Eine Antwort zu “Akademikerinnen verdienen im ersten Job weniger als ihre männlichen Kollegen”

  1. Anja  on Februar 2nd, 2010

    Das ist doch ganz schön unverschämt, dass es auch heutzutage noch so ungerecht zugeht bei den Gehältern. Ich selbst habe Erziehungswissenschaften und Sozialpsychologie studiert und wenn ich mein Gehalt mit dem meines Bruders vergleiche, der Informatik studiert hat, dann bin ich doch ehrlich geschockt. Aber angesichts der momentanen Arbeitssituation bin ich einfach nur froh, einen Job zu haben, der mir Spaß macht. ‘Verbessern’ kann man sich ja immer noch, wenn man wirklich unzufrieden ist. Nur sollte man sein Ziel dann nicht aus den Augen lassen und sich regelmäßig über seine Chancen informieren.

Eine Antwort hinterlassen