Der Weg von der Theorie zur Praxis
Zwischen der Theorie des Studiums und der Praxis des vermeintlichen Traumberufs liegen manchmal Welten, weil wir nicht richtig informiert sind oder uns falsche Vorstellungen machen. Vielleicht haben wir einen Artikel gelesen oder etwas Spezielles von jemandem gehört, das unsere Vorstellung von einem Beruf gefärbt hat. Dies muss allerdings nicht immer für das gesamte Arbeitsumfeld gelten. Um der Diskrepanz zwischen Traumvorstellung und realistischer Einschätzung eines Berufsprofils entgegen zu wirken, sollte man sich zunächst immer einen theoretischen Überblick über die entsprechende Branche und deren Aufgabenfelder verschaffen, um eine Basis an neutralen Fakten aufzubauen. Daraufhin ist es wohl das Beste, die Kontakte aus Freundeskreis und Familie zu mobilisieren und die Berufstätigen mit mehrjähriger Berufserfahrung unter ihnen zu befragen, um eventuell verklärte Vorstellungen zu korrigieren und es zu ermöglichen, den ersehnten Job aus objektiverer Perspektive betrachten zu können.
Nur wer einen Job schon über einen längeren Zeitraum ausübt kann ihn mit Abstand beurteilen. Eine weitere Voraussetzung für ein objektives Urteil ist die Befragung einer Person, die erfolgreich in ihrem Beruf ist, da dadurch keine verzerrte Beurteilung aufgrund von Frust und Enttäuschung wegen Versagens oder Ähnlichem zu befürchten ist.
Die Variation und gegangenen Umwege, die sich aus der Befragung erfahrener Leute bezüglich ihrer Karrierelaufbahnen abzeichnen, zeigen, wie seltsam und spannend ein Karriereweg verlaufen kann. Und sie machen Hoffnung, denn oft entstanden diese Erfolgsgeschichten aus dem Zufall oder auch aus der Not heraus. Denn das Leben hält immer einen alternativen Weg bereit, wenn man weiterkämpft und nicht aufgibt. Häufig ergibt sich gerade aus einem “Scheitern”, wegen dem man zunächst an sich zu zweifeln beginnt – beispielweise wenn man einen lange angestrebten Job nicht bekommt, obwohl man fest daraufhin gearbeitet hat - eine ganz andere Richtung, die sich am Ende als glückliche Fügung herausstellt. Also nicht aufgeben, immer weiter machen, (nahezu) alles im Leben hat retrospektiv einen Sinn.
