Bewerbung 2.0

Die Web-2.0-Technologien haben nicht nur das Verhalten von Bewerbern verändert, sondern auch das der Personalentscheider. Als Bewerber sollte man sich also überlegen, was man alles von sich im Netz preisgibt.

Stefan ist 25, hat gerade sein Wirtschaftsinformatikstudium abgeschlossen und möchte Trainee bei einem großen Wirtschaftsprüfungsunternehmen werden. Seine Bewerbung ist hervorragend: er hat gute Noten, kann im Lebenslauf zahlreiche praktische Erfahrungen aus der Branche vorweisen und ist sozial engagiert. Er hat sogar ein Jahr in den USA verbracht. Das Bewerbungsfoto macht einen sympathischen und selbstbewussten Eindruck und strahlt Neugier auf die neue Arbeit aus – ein Traum eines jeden Personalers aus dem Consulting-Bereich.

Es gibt aber auch noch einen anderen Stefan. Der hört gern Punk-Rock, zieht mit Freunden von Party zu Party und macht die Nacht zum Tag. Dabei posiert er gern des Öfteren alkoholisiert vor der Kamera.

Diesen Stefan lernen Personaler kennen, wenn sie den Namen des erstens Stefans googeln und anschließend auf seinem Facebook-Profil oder den Fotoalben auf StudiVZ landen.  Und genau das machen Personaler immer häufiger. Dies belegt eine Umfrage im Auftrag des Bundesministeriums für Verbraucherschutz. So greifen vier von fünf Arbeitgebern bei der Personalauswahl zunehmend auf Informationen aus dem Internet zurück. Ein Drittel der befragten Unternehmen bezieht auch soziale Netzwerke wie Xing, LinkedIn oder Facebook mit ein, wobei 46 Prozent der großen Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern sogar Blogs und Tweets der Bewerber analysieren. Dies verwundert nicht, denn mittlerweile hat jeder Zweite der 14- bis 29-Jährigen eine virtuelle Identität in sozialen Netzwerken angelegt.

Wer sich im Internet unseriös präsentiert, verschleschtert seine Chance in die engere Auswahl zu kommen. Ein Viertel der Internet nutzenden Personaler gaben an, dass sie einen Bewerber aus diesem Grund abgelehnt haben. Die Umfrage zeigt jedoch auch, dass sich durch Online-Recherchen von Personalberatern auch neue Möglichkeiten ergeben können. Jeder Zweite gab an, dass einige Bewerber durch zusätzliche Informationen aus dem Internet noch interessanter für ein Unternehmen wurden.

Für Bewerber heißt das also folgendes: man sollte sich damit auseinander setzen, welches „Ich“ sich in der Bewerbung und welches „Ich“ sich im Internet präsentiert. Ist es für mich in Ordnung, wenn Fremde, wie beispielsweise Personaler, so viel über mein Privatleben erfahren? Kann ich das Internet auch in meinem Interesse nutzen und selbst Einfluss darauf nehmen, wie mich andere wahrnehmen? Oder verursacht die Vorstellung, dass mein gegenüber beim Bewerbungsinterview sich einen zweiten Eindruck anhand meines Facebook-Profils verschafft, einen faden Beigeschmack? Dann sollte man seine Selbstdarstellung im Internet ein wenig überarbeiten.

Hier ein paar nützliche Tipps:

  • eigene Profile in sozialen Netzwerken nur für Freunde / eigene Kontakte sichtbar machen
  • keine unseriösen oder sehr privaten Bilder ins Netz stellen
  • das Gleiche gilt für unseriöse Beiträge auf den eigenen oder fremden Seiten
  • Verknüpfungen zu peinlichen Fotos löschen
  • die Mitgliedschaft in eher zweifelhaften Gruppen überdenken
  • keine Hobbies / Interessen angeben, die im Widerspruch zu den Angaben in der Bewerbung stehen
  • soziales Engagement und positive Hobbies hervorheben
  • Share/Save/Bookmark

Akademikerinnen verdienen im ersten Job weniger als ihre männlichen Kollegen

Während sich das Bildungsniveau von Frauen und Männern angeglichen hat, gibt es hinsichtlich des Gehaltsniveaus nach wie vor große Unterschiede. Fünf Jahre nach dem Hochschulabschluss verdienen Akademikerinnen durchschnittlich 20 Prozent weniger Lohn als Akademiker des gleichen Jahrgangs. Zudem korreliert ein hoher Frauenanteil in einem Studienfach oder Beruf mit einem niedrigen Einkommen.

Welche Ursachen hat es, dass Akademikerinnen fünf Jahre nach ihrem Studienabschluss durchschnittlich 20 Prozent weniger als Akademiker des gleichen Jahrgangs verdienen? Die Wissenschaftlerinnen Kathrin Leuze und Susanne Strauß vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) sind im aktuellen “WZBrief Arbeit” dieser Frage nachgegangen.

Der Einkommensunterschied wurde bisher mit den unterschiedlichen Erwerbsverläufen von Männern und Frauen erklärt. Da sich Familie und Beruf schwer vereinbaren lassen, sind es meistens Frauen, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen, in Teilzeit arbeiten oder den Beuf sowie den Arbeitsplatz häufiger wechslen als Männer. All diese Faktoren haben einen negativen Einfluss auf die Höhe des Einkommens.

Von ebenso großer Wichtigkeit für die Erklärung des Einkommensunterschiedes ist die Wahl des Studienfachs. So weisen die beiden Forscherinnen in ihrer Untersuchung nach, dass ein hoher Frauenanteil in einem Studienfach (über 60 Prozent) mit einem geringeren Brutto-Monatseinkommen im jeweiligen Beruf korreliert. Beispielsweise haben Befragte mit Hochschulabschlüssen in Sozial- oder Erziehungswissenschaften ein um 26 Prozent niedrigeres Einkommen als Absolventinnen und Absolventen aus Studienfächern wie den von männern dominierten Ingenieurswissenschaften.

Der “WZBrief Arbeit” informiert mehrmals im Jahr über aktuelle Ergebnisse aus der Arbeitsforschung am WZB. Er richtet sich an Experten und Praktiker in Politik und Verbänden, Gewerkschaften und Arbeitnehmerverbänden, Berufsschulen und Medien.

  • Share/Save/Bookmark

Fragen im Vorstellungsgespräch

Der große Tag ist gekommen und der Bewerber hat endlich die Chance, sich nach einem langwierigen Auswahlverfahren persönlich im Unternehmen vorzustellen. Neben den üblichen Fragen zum Werdegang und dem Smalltalk über Wetter und das persönliche Befinden fordern Arbeitgeber auch gerne Informationen vom Gegenüber, die nicht unbedingt auf Zuspruch von Seiten des Bewerbers stoßen.

weiterlesen

  • Share/Save/Bookmark

Morgen komm ich später rein (IV)

Alles in allem liest sich das Buch nicht nur sehr schnell weg, sondern hat zumindest mir ehrlich gesagt aus dem Herzen gesprochen. Viele der gegebenen Beispiele spiegeln das wider, was ich intuitiv selbst so empfinde, mit dem positiven Extra, dass es sich dabei um praktisch umgesetzte Unternehmensstrukturen handelt und nicht nur um das Wunschdenken vereinzelter Bürogeplagter, die des Nachts von einem Home Office – wo immer dieses sein mag – träumen.  weiterlesen

  • Share/Save/Bookmark

Morgen komm ich später rein (III)

Wann hat man eigentlich die besten Einfälle? Tatsächlich auf Knopfdruck, im Büro und bei stärkster Konzentration auf das Problem, auf das eine Lösung schnellst möglich gefunden werden muss? Oder beim entspannten Jogging durch den Park? Beim Klamottenshoppen und Flanieren durch die Altstadt an einem freien Nachmittag? Oder womöglich unter der Dusche, noch bevor der Tag überhaupt richtig angefangen hat? weiterlesen

  • Share/Save/Bookmark