Bürokraft (§66 BBiG|§42m HWO)

Berufsbild und Aufgaben:
Das Berufsausbildungsgesetz (BBiG) sowie die Handwerksordnung (HWO) regeln Zugangsvoraussetzungen, Ausbildungsinhalte und Prüfungsfrage. Die Ausbildung dauert 2 oder 3 Jahre und vermittelt unter anderen Lerninhalte über Sortierung der eingegangenen Post sowie die Weiterleitung an die zuständigen Stellen im Betrieb, Grundfunktionen des Computers in der betrieblichen Praxis, Durchführung einer Inventur, Erledigung von Druck-und Kopieraufträge sowie die Gestaltung von Arbeitsverträge. Während der theoretischen Ausbildung in der Berufsschule werden die Auszubildenden mit den späteren Aufgaben vertraut gemacht, wie z. B. Zahlungsverkehr und Beschaffungswesen. Mitarbeiter, die als Bürokraft (§66 BBiG|§42m HWO) sind im Büro bzw. in den Verwaltungen vielseitig einsetzbar und verfügen, schon wegen durchgelaufenen Ausbildung, über ein solides Wissen, das zum Nutzen des Unternehmens eingesetzt werden kann.
Sie entlasten andere Mitarbeiter wesentlich bei ihrer Tätigkeit und verrichten wichtige Verwaltungsaufgaben. Auch der Einsatz in der Auftragsaufnahme bzw. in der Telefonzentrale des Betriebes ist denkbar. Die Einstellung kann für den Arbeitgeber zeitweilig finanziell gefördert werden.

Gehalt und Lohn:
Bei dem Gehalt bzw. bei dem Lohn in dieser Berufsgruppe muss berücksichtigt werden, dass hier zwar Menschen mit Behinderungen beschäftigt werden, aber durch die erfolgte Ausbildung wertvolle Mitarbeiter für den Betrieb werden können. Der Verdienst bei einer Vollzeitstelle liegt bei ca. 22.000 Euro, wobei eine finanzielle Förderung für den Arbeitgeber unter Umständen möglich sein dürfte.

Ausbildung und Weiterbildung:
Um einen Ausbildungsplatz für dieses Berufsbild zu erhalten, muss neben der Erfüllung der Zugangsvoraussetzungen die Bereitschaft eines Betriebes vorhanden sein, einen behinderten Menschen zu beschäftigen. Dieser Beruf bietet die Möglichkeit - nach erfolgter Ausbildung und ggf. nach einem entsprechendem Praktikum um die Eignung zu prüfen - der Weiterbildung. Da mehrere Berufe gemäß § 66BBiG/42m HWO erlernt werden können, ist auch die Möglichkeit einer Umschulung gegeben.
In einigen Fällen wird vor der Arbeitsaufnahme eine Beurteilung der Arbeitsstätte durch das zuständige Versorgungsamt veranlasst werden. Dabei findet auch eine Beratung durch das Amt statt und Empfehlungen sowohl für Arbeitnehmer wie auch für Arbeitgeber abgegeben. Auf die besonderen Bedürfnisse und Notwendigkeiten des behinderten Arbeitnehmers wird Rücksicht genommen und notwendige Veränderungen z. B. in der Bestuhlung bzw. im Mobiliar des Arbeitgebers können finanziell gefördert werden.
Daher ist es wichtig, bei der Bewerbung bzw. bei der Bewerbungsvorlage nicht nur die erfolgte Ausbildung darzustellen, sondern auch die Art und Form der Behinderung zu erklären, um die Eignung des Betriebes zu prüfen.
Ein Job in diesem Bereich werden Stellenangebote oft auf Vermittlung und Empfehlung einzelner Ämter stattfinden.

Stellenangebote:
Bei der Jobsuche sind mehrere Stellen kompetente Ansprechpartner. Sowohl die Bundesagentur für Arbeit sowie die Berufsverbände wie Industrie und Handelskammer bzw. die zuständigen Handwerkskammern bieten hier Hilfestellungen und prüfen sowohl den Bewerber sowie die zugedachte Arbeitsstelle auf Kompatibilität.